Bürgerrat Klima präsentiert Ergebnisse zusammen mit Bundespräsident a. D.
und Teilnehmenden.

Pressemitteilung vom Bürgerrat Klima. Berlin, 24. Juni 2021

Der erste bundesweite Bürgerrat Klima hat heute im Beisein des Schirmherrn Bundespräsident a. D.
Horst Köhler die Empfehlungen der Bürgerräte präsentiert. Die über 80 wegweisenden Empfehlungen
für die deutsche Klimapolitik in den Bereichen Mobilität, Gebäude und Wärme, Ernährung und Energie
wurden von 160 zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern in über 50 Sitzungsstunden erarbeitet.
„Das 1,5° Ziel hat oberste Priorität. Klimaschutz ist Menschenrecht und muss ins Grundgesetz
aufgenommen werden. Jedes neue Gesetz ist auf seine Klimaschutzwirkung zu überprüfen“ – so
startet das ambitionierte Empfehlungsschreiben des Bürgerrat Klima. Alle Empfehlungen können
unter https://buergerrat-klima.de/die-ergebnisse eingesehen werden.

Zur Arbeitsweise und den Ergebnissen kommentieren:

Bundespräsident a. D. Horst Köhler:
„Für mich sendet der Bürgerrat eine starke Botschaft: Unterschätzt die Bürgerinnen und Bürger nicht –
ihre Veränderungsbereitschaft und auch ihre Bereitschaft, mitzumachen bei der Suche nach Wegen
aus der Klimakrise. Es gibt Lösungen und um diese Lösungen gilt es jetzt zu ringen. Damit ist der
Bürgerrat zugleich ein Zeichen gegen Mutlosigkeit, Resignation und Zweifel an der Fähigkeit
der Demokratie, Krisen zu überwinden.“

Prof. Dr. Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Mitglied im
Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung:
“Der Bürgerrat Klima hat an Politik und Öffentlichkeit ein klares Signal gegeben. Zum ersten Mal hat
ein repräsentativer Bürgerrat mit wissenschaftlicher Unterstützung ein unabhängiges Votum für
Maßnahmen zu mehr Klimaschutz erarbeitet. Die beschlossenen Empfehlungen zeigen, dass
Bürgerinnen und Bürger in erheblichem Umfang bereit sind, mehr für den Klimaschutz zu leisten, als
ihnen in der politischen Diskussion oft zugetraut wird. Wichtig war dabei die intensive und
kritische Auseinandersetzung des Bürgerrats und seiner Arbeitsgruppen mit den Informationen und
Daten, welche aus Wissenschaft, Fachpraxis und Politik zur Verfügung gestellt worden waren. Die
jetzt beschlossenen Empfehlungen sind eine ausgezeichnete Grundlage für künftige Klimapolitik in
Deutschland. Sie sollten von der Politik als Auftrag verstanden werden.”

Die beiden Bürgerräte Mareike Menneckemeyer und Adnan Arslan sind zwei der 160 Teilnehmenden
im Bürgerrat Klima.

Mareike Menneckemeyer, 37 Jahre aus Schwarzenbruck in Bayern:
„Es geht nicht mehr darum, ob wir etwas tun, sondern darum, was wir tun und wie wir schnell am
meisten erreichen – und das indem wir möglichst Viele mitnehmen. Mir war vor allem die soziale
Frage wichtig. Es gibt in diesem Land Menschen, die ernähren sich am Ende des Monats nur noch
von Nudeln und Toast, weil es finanziell für mehr nicht reicht. Und die dürfen nicht die Verlierer der
Klimapolitik werden. Mit dem, was wir hier geleistet haben kann ich zu meinen Kindern sagen: Wir
haben mit diesem Bürgerrat wirklich etwas Großes erarbeitet.“

Adnan Arslan, 32 Jahre aus Velbert in Nordrhein-Westfalen:
„Ich war zu Beginn sehr skeptisch. Was sollten 160 Leute schon ausrichten können, warum sollte sich
jemand für meine Meinung interessieren? Und dann habe ich gemerkt, dass das allen so ging. Der
Bürgerrat hat wirklich die gesamte Gesellschaft abgebildet. Ich selbst habe einen
Migrationshintergrund und bin stolz, als Teil dieser Gesellschaft mitmachen und Entscheidungen
hinsichtlich der Zukunft mit beeinflussen zu können. Der Politik möchten wir mit den Empfehlungen
auch ein Zeichen geben, nämlich, dass wir bereit sind mitzuziehen, dass unsere Ideen, die Ideen der
normalen Bürger, wertvoller seien können als man glaubt.“

Die Empfehlungen des Bürgerrat Klima werden mit Unterstützung des wissenschaftlichen Kuratoriums
in einem Bürgergutachten festgehalten und allen Parteien im Bundestag übergeben.

Das Statement des Bundespräsidenten und weiterführende Infos finden Sie unter: www.buergerrat-klima.de/presse

Pressekontakt: presse@buergerrat-klima.de
Friedrich Göring: +49 172 7983842
Holger Michel: +49 178 6623679

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